Mobilhydraulik

FAQ

Haben Sie Fragen zu unseren Produkten? Wir haben hier häufig gestellte Fragen und ihre Antworten für Sie zusammengestellt. Sollten Sie hier nicht fündig werden, beraten wir Sie gerne persönlich. Den entsprechenden Kontakt finden Sie unter Ansprechpartner.

Einsatzbereich und –bedingungen

Fragen:
1. Verträglichkeit mit anderen Ölen, Viskosität, Öltemperatur?

Die Hydraulikventile der Fa. Thomas Magnete werden in der Entwicklung sowie in der Serie mit HLPD32 oder HLPD46 der Fa. Texaco Rando getestet und validiert. Die Öltemperatur liegt im Betrieb bei 50°C (Viskosität bei 50°C zwischen 22cSt – 28cSt).

Die hydraulischen Eigenschaften der Ventile werden überwiegend unter diesen genannten Randbedingungen getestet und im Lastenheft angegeben. Grundsätzlich sind auch andere Hydrauliköle verwendbar. Die Eigenschaften spezieller Öle können jedoch die technischen Eigenschaften des Ventils geringfügig beeinflussen, deren Einsatz sollte daher im Einzelfall erfragt werden.

2. Mit welcher Ölreinheit gemäß ISO kann das Ventil arbeiten?

Nach allgemeiner Erkenntnis sind mehr als 50% aller Probleme in einem Hydrauliksystem auf die Verschmutzung im verwendeten Medium zurück zu führen. Man unterscheidet hierbei drei unterschiedliche Arten von Verunreinigung: feste, gasförmige und flüssige Verunreinigungen. Bezugnehmend auf die Verunreinigung durch feste Partikel im Öl liegt die erforderliche Ölreinheit für den Einsatz der Thomas Ventile laut Lastenheft produktübergreifend bei mindestens 20/18/15 (nach ISO 4406)  oder besser.

3. Bis zu welcher Temperatur können die Ventile eingesetzt werden (Min. Spannung)?

Das temperaturabhängigste Bauteil in einem Hydraulikventil ist die verbaute Spule. Durch Ihre kompakte Form und der hohen Leistungsdichte kann bei intensivem Betrieb und hohen Umgebungstemperaturen die höchste Temperatur erreicht werden. Auf ein Ventil wirken unterschiedliche Temperatureinflüsse. Diese einzelnen Einflüsse sind gesondert zu betrachten bei der Definition von Grenzwerten von zulässigen Temperaturen:

  1. Die Außen-/Lufttemperatur (Lufttemperatur ggf. mit diversen äußeren Einflussquellen wie z.B.: Abgasstrang etc.) zulässige Lufttemperatur: -30°C bis +80°C
  2. Die Blocktemperatur (Der Block/Cavity in dem das Ventil eingebaut ist hat eine bestimmte Betriebstemperatur) zulässige Blocktemperatur: max. 80°C an der Ventilflanschfläche bei 100% Einschaltdauer mit Imax
  3. Die Öltemperatur (das Hydrauliköl fließt durch das Ventil bzw. in den Ankerraum) zulässige Öltemperatur: -30°C bis +105°C

Im Betrieb erreicht das Ventil unter Einfluss dieser drei Temperaturquellen in maximaler Höhe (80°C, 80°C, 105°C) und bei maximaler Bestromung eine Beharrungstemperatur von 175°C.

Die Spulen der Thomas-Ventile sind so konzipiert, dass selbst unter anspruchsvollsten Bedingungen (Dauerbetrieb des Ventils sowie höchsten Temperaturen) eine Beschädigung der Spule fast nicht möglich ist. Die ansteigenden Temperaturen können jedoch im Extremfall die technischen Eigenschaften des Ventils einschränken. Durch die ansteigende Temperatur erhöht sich der Spulenwiderstand, sodass eine höhere Treiberspannung nötig ist. Bei sehr hohen Temperaturen (>180°C) in der Spule, kann dann der maximale Strom oft nicht mehr durch die Spule erzeugt werden (besonders bei relativ niedrigen Versorgungsspannungen) und das Ventil kann den maximalen Arbeitsdruck nicht mehr aufbauen.

4. Widerstandsänderung über Temperaturänderung der Spule?

Mit steigender Temperatur der Spule steigt auch der Widerstand der Spule (siehe auch Frage: Einsetzbarkeit bis zu welcher Temperatur (Min. Spannung)). Hierdurch ist eine höhere Treiberspannung von Nöten um den Maximalstrom aufzubringen. Es ist kundenseitig dringend erforderlich zu schauen, welche Spannungsversorgung im worst-case auftreten kann und welche maximalen Betriebstemperaturen zur gleichen Zeit vorherrschen können, um sicher zu stellen dass der maximal benötigte Betriebsdruck des Ventils noch getrieben werden kann. Gerne hilft die Entwicklungsabteilung des Geschäftsbereich Mobilhydraulik bei Fragen zur Berechnung/Auslegung des Systems.

5. Kann man die Proportionalventile auch als ON/OFF-Ventil betreiben?

Ja, ein PDMV-Ventil kann man auch als ON/OFF-Ventil verwenden. Das Ventil wird in diesem Fall zum Schalten direkt mit dem Maximalstrom beaufschlagt. Auch ohne Verwendung einer Stromregelung (Spannungsversorgung wird 1:1 auf das Ventil gegeben) kann das Ventil unter normalen Umgebungsbedingungen dabei nicht thermisch beschädigt werden (siehe oben). Nachteil bei dieser Art der Verwendung kann allerdings der recht hohe Druckverlust über das Ventil sein (bis zu 6bar bei 4l/min).

Für reine Schaltanwendungen empfiehlt es sich ein DCSD04 oder DCSD06 Schaltventil der Firma Thomas zu verwenden. Diese Ventile haben die identische Einbaubohrung zu den Serien PDMV’s, haben jedoch einen optimierten Öffnungsquerschnitt für geringen Druckabfall und besitzen höhere Schaltleistungsgrenzen.

6. Was ist der MTTF?

Der MTTF ist Englisch und bedeutet „Mean time to failure“, übersetzt: „durchschnittliche Dauer bis zum Funktionsausfall“. Die Ventile (PPCP04 und PPCP06) wurden gemäß der grundlegenden und bewährten Sicherheitsprinzipien nach ISO 13849-2:2003 Tabellen C.1 und C.2 konstruiert. Hiernach liegt der MTTF-Wert bei 150Jahre. Zur Erreichung des MTTF d -Wertes sind die Betriebsbedingungen dieser Spezifikation einzuhalten und die oben beschriebenen Sicherheitsprinzipien (ISO 13849-2:2003 Tabellen C.1 und C.2) für Implementierung und Betrieb zu berücksichtigen.

Ventilperformance technische Eigenschaften

Fragen:
1. Was ist Hysterese?

Die (maximale) hydraulische Hysterese beschreibt bei den Thomas Ventilen die höchste gemessene Druckdifferenz zwischen aufsteigendem und absteigendem Druckverlauf bei einer bestimmten Höhe der Bestromung. Das heißt das Ventil wird mit einer bestimmten Stromanstiegsgeschwindigkeit von 0 bis zum Maximalstrom hydraulisch ausgefahren und von dort umgekehrt identisch wieder vom Maximal- bis zum Nullstrom hydraulisch betätigt. Dabei wird der Druck über dem Strom in einem so genannten PI-Diagramm aufgezeichnet. 

Durch Reibung der beweglichen Teile im Ventil, die magnetische Remanenz und andere Effekte liegen der auf- und absteigende Kennlinienast nicht genau übereinander, sondern sie liegen parallel verschoben neben einander. Um die hydraulische Hysterese des Ventil und damit auch die Effekte im Kundensystem so gering wie möglich zu halten, versucht man durch eine geeignete elektrische Ansteuerung die Hysterese zu verringern. Hierbei wird versucht, durch eine Modulation des Stromsignal (Dither) den Elektromagneten und damit auch den Ventilschieber in Schwingung zu versetzen. Liegt die verwendete Schwingungsfrequenz in der Nähe der Resonanzfrequenz (des Gesamtsystems) so ist die Amplitude der Mikro-Schwingung der mechanische Bauteile recht hoch und die effektive Reibung relativ niedrig, was zu einer Verminderung der Hysterese führt. Eine übliche Ansteuerungen um die Hysterese zu reduzieren, ist das PWM-Signal (Pulsweitenmodulation) das auch gerne im Hochfrequenzbereich durch ein so genanntes Dithersignal überlagert wird.

Hysterese „H“ bei diversen Ansteuerungen:

2. Welche Auswirkungen haben Pumpen- und Tankdruck auf Arbeitsdruck?

Die Thomas Ventile arbeiten je nach Ausführung standardmäßig mit einem hydraulischen Pumpendruck von mindestens 35bar, maximal jedoch 50bar. Druckspitzen oder –schwankungen im Pumpendruck spielen innerhalb dieser Grenzen keine Rolle für die Ventilperformance und den eingestellten Arbeitsdruck des Ventils. Oberhalb von 50bar können Beschädigungen an den O-Ringen der Ventilhülse stattfinden und zu interner Leckage führen. Für Sonderanwendungen mit max. 350bar statischem Pumpendruck wurde ein Hochdruck-PDMV entwickelt. Durch die Wahl eines anderen O-Ringmaterials sowie durch zusätzlich Stützringe auf der Ventilhülse kann das Ventil mit dem höheren Druck beaufschlagt werden.

Entgegen dem Pumpendruck spielt der Tankdruck hinter dem Ventil eine entscheidende Rolle für die Ventilfunktion. Der Tankdruck addiert sich eins zu eins auf den eingestellten Arbeitsdruck. Das heißt wenn bei einem Ventil ein Druck im Tankanschluss vorliegt. Beginnt die Kennlinie bei minimaler Bestromung nicht bei 0bar, sondern bei dem jeweiligen Tankdruck. Von hier aus steigt der Druck bei weiter steigender Bestromung im gleichen Verhältnis wie sonst ohne Tankdruck. Der anliegende Tankdruck bedeutet also einen Offset der Kennlinienlage und ggf. einen Druckanstieg des Arbeitsanschlusses bis in Sättigung (Arbeitsdruck ≈ Pumpendruck). Als Sicherheitsfunktion im Fehlerfall wurde ein weiteres Ventil entwickelt, dass einen höheren Tankdruck (210bar statisch, 50bar dynamisch) aushält. Hierbei kann jedoch keine Ventilfunktion stattfinden, es dient lediglich dazu ein Vertauschen von Tank und Pumpenanschluss kurzzeitig zu widerstehen.

3. Welche IP Schutzklassen gilt für AMP Junior Timer- und Deutsch-Steckern sowie flying leeds-Verbindungen?

Alle Mobilhydraulikventile der Fa. Thomas sind nach DIN 40 050 Teil 9 getestet und entsprechen unabhängig von verbautem Stecker mindestens der Schutzklasse IP6K6 / IPX9K. Je nach Güte des Gegensteckers ist in den meisten Fällen auch IP67 möglich. Für Sonderanwendungen wurde auf Anfrage einiger Kunden zudem ein mediendichtes Ventil entwickelt, das die Schutzklasse IP6K8 sicher erfüllt.

4. Welchen Korrosionsschutz gibt es?

Alle Ventile sind standardmäßig mit einer Oberflächenbeschichtung ausgestattet, die einen Rostschutz garantiert. Eine Dickschichtpassivierung auf Zink/Nickel Basis schützt vor Korrosion und ist gleichzeitig lange beständig. Die Beschichtung garantiert eine Haltbarkeit von 192 Stunden im Salzsprühnebeltest ohne Rotrost.

5. Welche Produktsauberkeit kann gewährleistet werden?

Durch diverse Kundenanforderungen ist Thomas Magnete bestrebt höchste Sauberkeit und Qualität zu liefern. Für einige unserer Kunden werden Sauberkeitsanforderungen von größter harter Partikel ≤600µm erreicht. Hierfür wurden die komplette Wertschöpfungskette: Lieferantenfertigung, eigene Fertigung, Lagerung, Bauteilhandling sowie Verpackung und Versand hinsichtlich Schmutzeintrag analysiert und optimiert. Im Detail wurden sogar Einzelteile durch die Konstruktion so verändert, dass weniger Schmutzeintrag durch die spätere Fertigung entsteht.

Die Produktsauberkeit wird in dem Thomas-eignen Sauberkeitslabor verifiziert und überwacht. Durch Lichtmikroskope und ein REM (Rasterelektronenmikroskop) werden Partikelanzahl und –material für Fertigungslose von gelieferten Einzelteilen sowie für die in Haus gefertigten Komplettgeräte bestimmt. Eine Auswertung über Wochen und Monate gibt Aufschluss über die langfristige Qualität und Probleme in einigen Prozessen.

Elektrische Ansteuerung des Ventils

Fragen:
1. Optimale Ansteuerung der Ventile?

Es gibt diverse Ansteuerungsarten für die Ventile von Thomas (Gleichstrom, PWM, PWM+Dither). Die Ansteuerung kann einen erheblichen Einfluss auf die Performance des Ventils haben und auch auf die des Kundensystems. Beispielsweise wird die Hysterese und die Regelgüte des Ventils besser, wenn man das Ventil anstatt mit Gleichstrom mit einem PWM-Signal (Pulsweitenmodulation) oder sogar einem überlagerten Dither-Signal ansteuert. Die überwiegende Anzahl der Kunden versuchen durch eine spezielle elektrische Ansteuerung des Ventils u.a. Ihr Kundensystem zu optimieren. (Siehe auch Graphik in „Was ist Hysterese“.

Exkurs: Proportionaldruckminderventile werden überwiegend als Vorsteuerventile für Hauptdruckstufen verwendet. Hierbei sollen die Ventile durch Aufbau des Arbeitsdruckes im Kundensystem den Hauptschieber möglichst schnell auf eine gewünschte Position bewegen. Um eine hohe Dynamik und kurze Reaktionszeit des Schiebers im Kundensystem zu erreichen, wird versucht die Haftreibung des Schiebers in der Hauptstufe zu eliminieren indem man den Schieber zu jedem Zeitpunkt in der Einbaubohrung mikrofrequent oszillieren lässt.  Diese Mikro-Schwingungen des Hauptschiebers werden mittels des Drucksignals der Proportionalventile erzeugt die wiederum abhängig von dem anliegenden Stromsignal sind. Es ist somit möglich ein oszillierendes Stromsignal auf die Ventile zu geben, damit der Arbeitsdruck in gleicher Form pulsiert und das Kundensystem somit anregt.

Die üblichste Ansteuerung der Ventile ist ein PWM-Signal (pulse with modulation) im Kiloherzbereich das meist überlagert wird mit einem Dither-Signal zwischen 90Hz und 125Hz und einer Amplitude von 100 – 200mA (peak-to-peak).

Jeder Kunde entwickelt je nach Anwendungsfall, Möglichkeiten seines Steuergerätes, und Beschaffenheit (Qualität) der Mechanik seine eigene elektrische Ansteuerung.

2. Kann man das Ventil überbestromen, wie lange und bis zu welchem Bereich?

Das Ventil kann kurzzeitig mit bis zu 10% des angegebenen max. Stroms überbestromt werden, ohne dass es Schaden nimmt oder die Funktions beeinträchtigt wird. Allerdings steigt hierdurch die Temperatur des Ventils stärker an, sodass bei öfterem Überbestromen auch eine höhere Treiberspannung benötig wird, da der Widerstand des Ventils steigt. (siehe auch Thema „Einsetzbarkeit bis zu welcher Temperatur“)

Wenn dauerhaft ein höherer Arbeitsdruck im Kundensystem durch das PDMV benötig wird, muss ggf. auf die nächste Druckstufe der PDMV’s zurückgegriffen werden. Diese gibt es neben einigen Sonderventilen grundsätzlich in 20, 25 oder 32 bar Arbeitsdruck.

3. Wie hoch ist die Induktivität der Ventile?

Die Induktivität der Spulen wird über die Phasenverschiebung ermittelt, die sich bei Beaufschlagung der Spule mit einer def. Wechselspannung bei einer def. Frequenz einstellt.

Es wurden Messungen mit 100mV Wechselspannung (peak-to-peak) in unterschiedlichen Frequenzen gemacht.

Ventilvarianten und untersch. Einzelkomponenten

Fragen:
1. Welche Ventilvarianten bzgl. Arbeitsdruck, Spannung, etc. gibt es?

Durch den modularen Ventilbaukasten gibt es bereits eine hohe Vielzahl von unterschiedlichen Ventilvarianten die bereits in Serie produziert werden.  Unterschiedliche Arbeitsdruckstufen, Spannungsvarianten, Steckervarianten, Ventilhülsengeometrien, Dichtelemente, Durchfluss- und Leckageeigenschaften in unterschiedlichsten Ausführungen.

2. Gibt es auch Varianten mit losen Kabelenden bzw. mit Kabel und diversen Steckern?

Ja es gibt bereits Ventilvarianten (PPCD04) die lose Kabelenden mit angelöteten Steckerpins besitzen. Die Firma Thomas bietet jedoch je nach Anforderung auch an, verzinnte Kabelenden sowie einen Deutsch- oder AMP-Stecker an das Ende des Kabels zu konfektionieren.

3. Handnotventile auch mit Deutsch-Stecker?

Derzeit gibt es keine Ventile mit Handnotfunktion im Deutsch-Stecker. Die Summe der Anfragen beschränkt sich bisher auf die AMP-Stecker mit Handnot. Grundsätzlich ist eine Version mit Deutschstecker möglich, bedeutet jedoch erhöhten Kostenaufwand und eine aufwendige längere Validierung. Oftmals rechnet es sich für geringe Stückzahlen eher einen Adapterstecker (Gegenstecker-Deutsch auf AMP Junior Timer) an den Kabelbaum zu stecken, den man bei diversen Zulieferern erwerben kann.

4. Varianten mit Diode? Was für eine Diode ist das?

Grundsätzlich ist eine Diode im Ventil nötig, wenn das Steuergerät des Kunden keine Freilaufdiode beinhaltet (was jedoch sehr selten vorkommt). Dann besteht die Gefahr, dass die Steuerung Schaden nehmen kann, wenn von den Ventilen beim Abschalten durch Ihre Induktivität eine gewisse Energie (0,3 Joule in ca. 6ms) zurück zur Steuerung fließt. Es werden zurzeit schon Ventile mit Diode gefertigt. Diese werden jedoch nur als ON/Off-Ventil verwendet und werden in sehr geringen Stückzahlen produziert. Die verwendete Diode ist die UF54004 mit bis zu 100V Rückwärts-Spitzensperrspannung.

5. Was für O-Ring-Materialien gibt es und bis zu welchem Temperaturbereich gehen diese?

Es werden in den Ventilen je nach Anforderungen unterschiedliche O-Ringe verbaut. Je nach Temperaturbereich, Medienbeständigkeit und anstehendem Druck werden in den Ventilen O-Ringe aus NBR, HNBR oder FKM-Material verbaut. Auch die Härte variiert je nach Einsatzbereich bei den Materialien zwischen 70 und 90 IRHD (≙ Shore-A).

Je nach Auslegung können die O-Ringe in einem Temperaturbereich von -30°C bis +180°C eingesetzt werden. Es können mittels Unterstützung durch „Stützringen“ Drücke von bis zu 350bar im Pumpenanschluss abgedichtet werden.

6. Welche Filter und welche Maschendrahtweite Filter?

Grundsätzlich sind alle Ventile bei Thomas mit einem Filterelement im Pumpenanschluss ausgestattet. In erster Linie möchte man hiermit den Eintrag von Schmutzpartikeln von außen in das Ventil und auch in das Gesamtsystem verhindern. Die Maschendrahtweite eines Filters kann ggf. Auswirkungen auf die Ventilfunktion haben. Sie kann einen ungewollten Druckabfall bewirken oder sogar den maximalen Volumenstrom begrenzen. Es kann zusätzlich zu Pulsation durch das Filtergewebe vor dem Druckanschluss kommen. Die Filterelemente haben je nach nominellem Durchfluss eine Maschenweite von 128µm für PPCD04, 140µm für PPCD06 und 320µm für PPCP09 Ventile.

7. Warum gibt es verschieden farbige Stecker?

In den Anfängen des Geschäftsbereiches Mobilhydraulik hat man zur besseren Unterscheidung der Ventilvarianten unterschiedliche Farbe für den Spulenkunststoff gewählt, um 12V und 24V-Spulen visuell direkt unterscheiden zu können. 12V Spulen sind Moos-grau, 24V Spulen sind schwarz

8. Varianten von Cavities und Ventilhülsen

Es gibt zurzeit 9 verschiedene Einbaubohrungen (auch Cavity genannt). Auf den jeweiligen Maßblattzeichnungen der Ventile findet man auch die exakte, tolerierte Einbaubohrung die zur Montage vorhanden sein muss. Die Cavities werden im Kundensystem durch einen Formbohrer erstellt (nachdem ggf ein Loch vorgebohrt wurde).

Verpackung, Kennzeichnung

Fragen:
1. Welche Verpackungseinheiten gibt es?

Die Ventile werden in standardisierten Verpackungen an alle Kunden versandt.

  • PPCD04: 35 Stk mit Schutzkappe über Ventilhülse im Karton mit Gefache
  • PPCD06/DCSD06: 20Stk im Karton, stehend im Kunststofftray
  • PPCP09: 30Stk im Karton, stehend im Kunststofftray
2. Welche Kennzeichnung des Ventils gibt es?

Alle Ventile bekommen während dem Fertigungsprozess standardmäßig eine Kennzeichnung durch einen „Nadelpräger“. Hierbei wird auf das Gehäuse die benötigten Informationen wie Artikelnummer, Herstellungsdatum sowie Spannungsvariante und/oder Druckstufe geprägt. Je nach Kundenwunsch können unterschiedliche Informationen bis hin zu Logos auf das Ventil geprägt werden. Da die Prägung die Oberflächenbeschichtung nicht beschädigt sondern nur das Material des Gehäuses deformiert, bleibt der ausgewiesene Rostschutz gewährleistet. Diese Art der Produktkennzeichnung ist für die Nachverfolgbarkeit des Ventils bei einer Reklamation notwendig. Die Ventile werden oftmals von Kunden überlackiert und müssen dennoch im Schadenfall nach entfernen/abkratzen der Farbe eindeutig identifizierbar sein, diese wird durch die Prägung gewährleistet. Etiketten oder leichte Laserbeschriftungen bieten hierbei oftmals leider nicht die gewünschte Robustheit auf der Gehäuseoberfläche wenn die Farbe des Kunden entfernt wird.

Validierungstests und Zertifizierungen

Fragen:
1. Welche Tests werden während der Validierung eines Ventils standardmäßig gemacht
  • Vibrations und Mechanical Shock test
  • Salzsprühnebeltest
  • Körperschluss
  • TWT
  • Temperatur Shock Test
  • Dauerlauf (in der Regel 10 Mio Schaltungen)
  • Humidity Cycling Test
  • Burst Pressure Test
  • Druckpulsationstest
    2. CE-Kennzeichnung

    Eine CE-Kennzeichnung ist für die Ventile der Fa. Thomas Magnete nicht erforderlich, da sie keine „aktive Elektronik“ besitzen. Lediglich die elektrohydraulischen Produkte wie die UPC, EHA oder das I-Valve müssen eine CE-Kennzeichnung erhalten und besitzen damit auch eine CE-Konformitätserklärung.

    3. Welche Sonderzertifizierungen für EX-geschützte Bereiche gibt es?

    Seit Ende 2013 gibt es nahezu alle Hydraulikventil auch als ATEX-zertifizierte Gerätevarianten. Zusätzlich wurden die Ventile hierbei auch nach den internationalen Normen IECEx für Geräte zur Verwendung in explosionsgefährdeter Umgebung vom TÜV zertifiziert. Weiterhin sind Zertifizierungen nach MSHA geplant.

    4. Wo kann man ATEX/IECEx-Geräte einsetzten und was bedeutet die Prägung im Detail?

    Die ATEX/IECEx zertifizierten Geräte der Fa. Thomas können nach Stand der Zertifizierung in Zone 1 oder 2 sowie 21 oder 22 eingesetzt werden. Weitere Erläuterungen bzgl. der Schutzklasse und dem Einsatzgebiet laut Prägung:

    Ex I : countries related to directive 94/9/EC.

    Ex II 2G Ex mb (= incapsulation with high protection level for use in Zone 1 or 2)  IIC (=explosion group referred to different groups of gases) T4 (=max surface temperature = 135°C) Gb (= additional information Equipment Protection Level EPL for use in Zone 1 or 2 – G=gas area).
    This information is related only to usage in gas areas.

    Ex II 2D Ex mb (= incapsulation with high protection level for use in Zone 21 or 22) IIIC (=explosion group referred to different groups of dusts)  T130 °C (=max surface temperature)   Db (=additional information Equipment Protection Level EPL for use in Zone 1 or 2 – D=dust area)
    This information is related only to usage in dust areas.

    5. MSHA-Ventil

    Because of the different technical product requirements of the MSHA and ATEX certification Thomas is in the middle of the development of a new  product series with MSHA-certification. The target is to finish this development till end of 2015. More information to come.

    6. Wie gehen wir bei Thomas mit den Themen REACH, RoHS und Konfliktmineralien um?

    Wir als Unternehmen unterstützen selbstverständlich die Ziele aus den REACH- und RoHS-Gesetzgebungen und legen Wert darauf, keine Konfliktmineralien in unseren Produkten einzusetzen. Die daraus resultierenden Anforderungen werden von uns bereits vor einer Auftragsvergabe an unsere Lieferanten weitergegeben und deren Informationen an uns werden entsprechend geprüft. Nachweise zur Verwendung der einzelnen Stoffe/Materialien können damit von uns erstellt und an unsere Kunden weitergegeben werden.

    EMV / EMC Test
    EMV steht für elektromagnetische Verträglichkeit, EMC als englische Übersetzung für electromagnetic compatibility. Unter diesem Fachbegriff bezeichnet man die Resistenz einer „aktiven“ Elektronik gegen das Einwirken von äußeren elektromagnetischen Feldern. Bei dem EMV-test werden die zu testenden Produkte in einem Versuch diversen elektromagnetischen Feldern mit unterschiedlichsten Frequenzen, Amplituden und Feldstärken ausgesetzt. Dabei wird Ihre Funktion bzw. der Zustand der Elektronik an geeigneten Messpunkten überwacht, um eine ungewollte elektrische Impulse zu erkennen.
    Als Versuchsgrundlage gelten hier die folgenden Normen: EN ISO 14982/2,  DIN ISO 61000-4-2, ISO 7637 1-3,  2000/2/EC und CISPR 25  

    Die reinen Ventile der Fa. Thomas sind nicht mit einer aktiven Elektronik ausgestattet und müssen daher auch keine EMV Tests durchlaufen. Dies obliegt überwiegende dem Kunden mit seinem Komplettsystem. Die Produkte mit Elektronik (EHA & UHC, „Elektrohydraulischer Aktuator“ und „Univeral hydraulic controller“) werden nah den genannten Normen getestet.

    7. EMV / EMC Test

    EMC stands for electromagnetic compatibility. This technical term refers to the resistance of an "active electronic” against the influence of external electromagnetic fields. In the EMC test the products to be tested are exposed in a test to various electromagnetic fields with different frequencies, amplitudes and field strengths. Here, their function or the state of the electronics is monitored at appropriate measuring points in order to detect undesired electrical impulses. As a test basis the following standards apply here: EN ISO 14982/2, DIN ISO 61000-4-2, ISO 7637 1-3 2000/2 / EC and CISPR 25

    The pure valves from Thomas Magnete are not equipped with active electronics and must therefore not undergo EMC tests. This primarily is up to the customer with his complete system. The products with electronics (EHA & UHC, "Electro-hydraulic actuator" and "Universal hydraulic controller") are being tested closely to the standards.